Wie alles anfing (1.BS) 

Created by Nensuria - Freepik.com
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Es war nicht mein Jahr, die Rede ist von 2007. Im August war gerade erst mein Vater nach seiner langjährigen Alkoholsucht im Alter von 

48 Jahren gestorben. Ich hatte ein sehr angespanntes Verhältnis zu ihm und in seiner letzten Lebensphase keinerlei Kontakt mehr. Unter anderem eben auch wegen verstörenden Eskalationen. Einmal rief er mich an und drohte damit sich umzubringen, als ich bei ihm ankam bedrohte er mich mit einer geladenen Waffe. Zuviel für mich, weshalb ich kurz danach den Kontakt konsequent abbrach.  Ich war wütend auf ihn, auf mich und irgendwie auch auf die ganze Welt, weil ich egal wie sehr ich mich bemühte ihm einfach nicht mehr helfen konnte. Vermutlich hätte ihm zum Schluss nichts mehr geholfen, außer Gott und der entschied das es an der Zeit war für ihn zu gehen. Oft gab es vorher Momente wo ich mit seinem Ableben gerechnet hatte und er hatte sich immer wieder aufgerafft und stand wieder auf. Dieses Mal nicht! Hinzu kam das ich mich bei seinem vermeintlich letzten Telefonat von einem Freund verleugnen ließ, das sollte im nach hinein sein letzter Anruf gewesen sein. Er rief an um mir zum Geburtstag zu gratulieren, das war am 25.07,  am 09.08. wurde er in seiner Wohnung tot aufgefunden. Ich hatte lange mit Gewissensbissen zu tun. 

 

Kurz darauf machte mein damaliger Freund mit mir Schluss, womit ich absolut nicht gerechnet hatte. Ich fühlte mich verraten, verkauft und vor allem allein gelassen. 

 

Kurz darauf begann ich eine Umschulung zur Bürokauffrau. Psychisch war ich da schon sehr angeschlagen. Aber ich dachte Hey, was soll jetzt noch groß passieren? Ist ja eigentlich schon alles schief gelaufen was schief gehen kann. 

 

Tja da hatte ich die Rechnung von meinem Bauch noch nicht bekommen. 

 

Ca. eine Woche nach Umschulungsbeginn bemerkte ich die erste Symptome: Ich saß im Umschulungsraum und plötzlich spürte ich einen heftigen Stich im linken Eierstock. Die ersten Male versuchte ich das gänzlich zu ignorieren bzw. abzutun als besonders krasse Menstruationsschmerzen, was falsches gegessen oder schlicht und ergreifend Blähungen. Einige Tage später gesellte sich zu den immer heftigeren Stichen auch noch eine leichte latente Übelkeit dazu. Ich ging also zu meinem Hausarzt & damaligen Frauenarzt. Der Hausarzt meinte das seien alles sicher psychosomatische (das dieses Wort mich noch richtig ärgern würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht ahnen) Beschwerden wegen dem privaten Stress der letzten Zeit. An einem Mittwoch ging ich auch zum Gynäkologen, der fand nichts und meinte ich solle mich einfach mal ein paar Tage ausruhen. 

 

Gesagt -> Getan! Doch statt besser wurden die Beschwerden immer schlimmer und dringlicher. Samstag Abend der selben Woche, fuhr ich Abends ins Krankenhaus und veranstaltete ein Riesen Theater, von wegen das ich erst gehen würde, wenn sie was finden und mir helfen würden. Ich war schmerzlich und auch psychisch an meinen Grenzen und der Panik inkl. Hysterie näher als je zuvor. 

 

Da ich mir sicher war das es etwas Gynäkologisches war, wurde ich auch direkt dort hin geschickt. Der dortige Oberarzt untersuchte mich ausgiebig und eröffnete mir dann erfreulich wie gleichermaßen schockierend das ich operiert werden müsse, am besten gleich morgen früh. Ich kann mich sogar noch daran erinnern das er sagte: "Also wenn ich soviel Blut im Bauchraum hätte, dann hätte ich auch Bauchschmerzen"! 

 

Ich bin aus allen Wolken gefallen und war restlos schockiert. Ich rief heulend meine Familie an und erzählte was los ist. Ich bettelte darum nochmal nach Hause fahren zu dürfen um ein paar Sachen zu packen und versprach gleich morgen früh pünktlich auf der Matte zu stehen. Das hab ich dann natürlich auch getan, da die Aussicht auf Schmerz Freiheit und endlich diese ekelhafte Übelkeit los zu werden größer waren, als die Angst vor der Operation. Das Ergebnis der Op war: Rupturierte (geplatzt oder gerissen) Ovarialzyste Links Das war die Geschichte zu meiner ersten Bauchspiegelung.